Umbau der Landes- und Kommunalverwaltungen nach dem Grundsatz der Zweistufigkeit

Kommentare

  
  1. Martin Vetter sagt:

    Regionalkreise als reine Verwaltungsbehörden ohne Publikumsverkehr. Finanziert über das Land, ohne Kreisumlage. Die Aufgaben bestehen aus denen der bisherigen Landesmittelbehörden.

    Das hört sich für mich sehr nach Landesverwaltungsamt an. Nur eben nicht eins, sondern acht. Da stellt sich für mich die Frage, wie spart man Geld, wenn man aus einer Behörde acht macht? Wir hatten bisher den großen Vorteil als kleines Bundesland nur ein Landesverwaltungsamt zu haben und nicht mehrere Regierungspräsidien. Offensichtlich soll sich das in Zukunft ändern.

    Aber können wir uns das wirklich leisten? Angesichts des demographischen Wandels und der größer werdenden finanziellen Nöte sollten wir alles vermeiden, was Verwaltung teurer macht!

  2. Tim Segler sagt:

    Die JU Thüringen hat auf ihrem 25. Landestag in Uder ebenfalls ausführliche und konkrete Vorschläge für eine umfassende Funktional- und Verwaltungsreform beschlossen. Das Grundlagenpapier kann unter http://www.ju-thueringen.de als Beschluss abgerufen werden.

  3. Dirk Funke sagt:

    Das LVwA aus Gründen der Bürgernähe einer Umstrukturierung bzw. Abschaffung zu unterziehen halte ich für recht ungeschickt.

    Eine Vielzahl der Aufgaben des LVwA richtet sich nicht direkt an jeden Bürger. Es werden Leistungen in speziellen Fachgebieten realisiert, bei denen eine flächendeckende Bereitstellung von qualifiziertem Personal auf kommunaler Ebene nicht wirtschaftlich ist.
    Bezüglich der Leistungen für die Wirtschaft und Unternehmen ist ein einheitlicher Ansprechpartner immer die erste Wahl. Die Abstimmung von Fachabteilungen innerhalb einer Behörde läuft immer effizienter als zwischen mehreren Kommunen, Landkreisen und der Landesverwaltung.
    Ein zweistufiger Verwaltungsaufbau ist nur leistbar, wenn Fachaufgaben in Landesbetrieben bzw. Fachbehörden realisiert werden. Ich glaube kaum, dass dies wirtschaftlicher sein kann, als am bisherigen Modell festzuhalten.

    Keinesfalls möchte ich ausschließen, dass eine Aufgabenkritik auch im LVwA in gewissen Zeitabständen nötig ist. Dann jedoch dazu, um den Personalbedarf den anfallenden Aufgaben anzupassen.

    Das Land Thüringen sollte jedoch vermehrt in den Bereich des eGovernments und des Prozessmanagements investieren, da hier wirkliche Einsparpotentiale zur Verfügung stehen. Im Grundsatz spielt es keine Rolle wo die Aufgaben erledigt werden, sondern in welcher Art. Effiziente Verwaltungsprozesse und medienbruchfreie Kommunikation zwischen Verwaltungen sowie Behörden und Bürgern versetzen die sehr gut qualifizierten Bediensteten in die Lage ihre Leistungen schneller, günstiger und bürgerfreundlicher zu erbringen. Sachsen und Sachsen-Anhalt sind hier auf einem guten Weg, den Thüringen nach meinen Erfahrungen ebenfalls antreten sollte!

    Die Abkehr vom dreistufigen System, nur weil es andere Bundesländer auch gemacht haben, ist sehr kurz gedacht.

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